Fährevorplatz: Bürger sind noch nicht zufrieden / K. Schlüter / Südkurier

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Konstanz –  Die Bürgervereinigung Allmannsdorf-Staad ist mit der Sanierung des Fährevorplatzes noch nicht zufrieden. Die Bürger wünschen sich eine bessere Kennzeichnung der Radspur.

Die Bordsteine sind verlegt, der Asphalt erneuert und die Bauarbeiter sind abgerückt. Doch auch einige Wochen nach Freigabe des sanierten Fährevorplatzes sehen Mitglieder der Bürgervereinigung Allmannsdorf-Staad (BAS) noch Nachholbedarf. Sie wünschen sich eine übersichtlichere Verkehrsführung am Eingang zum Platz. Stefan Ballier, Geschäftsbereichsleiter des Fährebetriebs bei den Stadtwerken Konstanz, sagt aber: „Ich wüsste keine bessere Lösung.“

Die Allmannsdorfer freuen sich, dass die Fahrradboxen entlang der Ländebauten entfernt wurden, dass ein neuer Radstellplatz eingerichtet und die Litfaßsäule entfernt wurde. Auch die zwei neuen Platanen am Anleger und das einheitliche Pflaster rund um die Haltestelle sind Grund zur Freude. Doch die beiden neuen Mischspuren für Stadtbusse, Autos, Taxis und Radfahrer überzeugen die BAS noch nicht. „Wir erhalten ständig Anrufe von Bürgern, weil sie die Situation völlig unbefriedigend finden“, sagt BAS-Ehrenvorsitzender Alexander Gebauer. Die genannten Verkehrsteilnehmer teilen sich zwei Spuren, die mit einem helleren Belag versehen sind. Doch wer wo fahren soll, ist nirgends ersichtlich. „Außerdem rasen die Busse hier den Berg runter und queren beide Mischspuren. Das ist für Radfahrer gefährlich“, sagt Gebauer. Er und BAS-Vorsitzender Sven Martin wünschen sich Fahrrad-Symbole auf einer der Spuren. Außerdem sind sie noch nicht mit der Verkehrsführung oberhalb des Vorplatzes zufrieden. „Es wäre so leicht gewesen, einen eigenen Radweg rechts in die Alte Schiffstraße zu verlegen“, so Gebauer.

„Eigener Radweg nur mit mehr Platz möglich“

Auch Stadträtin Gabriele Weiner (Freie Wähler), Mitglied im Arbeitskreis Radverkehr, ist skeptisch. „Die gesamte Verkehrsführung oberhalb des Platzes ist Schwachsinn. Der Radweg endet im Nichts, dann kommt eine Verkehrsinsel und anschließend weiß kein Radfahrer, wo er hin soll“, so Weiner. Sven Martin würde sich freuen, wenn der neue Baubürgermeister sich den Fährevorplatz noch einmal vornimmt.

Stefan Ballier vom Fährebetrieb sieht dafür keinen Anlass. „Ein eigener Radweg wäre nur möglich, wenn wir mehr Platz hätten“, sagt er. Unter den gegebenen Umständen seien die Mischspuren die beste Lösung. „Mehrere Verkehrsexperten haben uns gesagt, dass es am wenigsten zu Unfällen kommt, wenn alle Beteiligten aufeinander acht geben.“ Wer nicht wisse, auf welche Spur er fahren soll, verlangsame sein Tempo automatisch. Bei dem jährlichen Transport von 330 000 Fahrrädern mit der Fähre sei noch nicht ein einziges Mal ein Unfall passiert. „Wir haben über Schilder mit Piktogrammen nachgedacht, kamen aber immer wieder zu dem Schluss: Je weniger geregelt ist, desto besser“, sagt Stefan Ballier. Eine Firma werde noch den Schriftzug „Bus“ auf die ganz rechte Spur aufbringen. Aber ein Fahrradsymbol auf dem Asphalt sei nicht möglich. „Wenn viel los ist, brauchen wir die linke Mischspur auch für wartende Autos“, so Ballier.

Ihm gefällt es aber auch nicht, mit welch „knackigem Tempo“ manche Autos und Busse den Hügel hinuntersausen. „Da die Polizei Schilder zur Geschwindigkeitsbegrenzung nicht für sinnvoll hält, bezahlen wir drei Tempo-Mess-Automaten“, sagt der Fährechef. Durch eine rot blinkende Zahl werden Fahrer auf ihre Geschwindigkeit hingewiesen. Insgesamt ist Stefan Ballier mit der Sanierung des Fährevorplatzes zufrieden. „Das Ziel war die Erneuerung des Fahrbahnbelags und nichts städtebaulich Kreatives“, sagt er.

Hintergrund: Verkehr zur Fähre

Die Dimensionen der Verkehrsbelastung an den beiden Fährhäfen im Konstanzer Stadtteil Staad und in Meersburg werden deutlich, wenn man sich die Zahl der Fahrzeuge vergegenwärtigt, die jedes Jahr mit der Fähre den See überqueren. Laut der Internetseite der Stadtwerke transportiert die Fähre von Konstanz nach Meersburg im Jahr 1,4 Millionen Personenwagen und 89 000 Nutzfahrzeuge. Hinzu kommen 4,3 Millionen Personen. Laut dem Leiter des Fährebetriebs bei den Stadtwerken, Stefan Ballier, nehmen die Schiffe außerdem jährlich 330 000 Fahrräder mit. Um diese Beförderungsleistung zu erbringen, überqueren die sechs Fährschiffe der Stadtwerke jedes Jahr 61 000 Mal den See. Außerdem fahren die Stadtwerke zwischen 5 Uhr und 0.52 Uhr 71 Mal am Tag die Bushaltestelle an der Fähre mit den Bussen der Linie 1 an. (eph)

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