Neue Plattform für die Nachbarschaft / K. Schlüter / Südkurier

Der erste Schritt zu einer besseren Vernetzung in der Allmannsdorfer Nachbarschaft war der Mittagstisch. Nun möchte die Bürgervereinigung Allmannsdorf-Staad (BAS) den nächsten Schritt anbieten.

Die Allmannsdorfer haben eine Vision. Sie wünschen sich, dass die Menschen in ihrem Ortsteil so lange wie möglich im eigenen Zuhause leben können, unterstützt von einem helfenden Umfeld von Nachbarn, Freunden und Verwandten. Für diese Vision kämpfen sie seit vielen Monaten, unter anderem bei den Planungen zum Gebiet Jungerhalde Nord, wo ein Pflegeheim, ein Kindergarten und eine schön gestaltete Ortsmitte entstehen sollen.

Doch noch wichtiger als die Infrastruktur sind die Menschen. Weil das Miteinander in einer anonymen Gesellschaft nicht funktioniert, hat die Bürgervereinigung Allmannsdorf-Staad (BAS) den Arbeitskreis „Lebendige Nachbarschaft“ gegründet. Ein erster Schritt war das Angebot eines Mittagstischs für Jung und Alt, der alle zwei Wochen stattfindet und regelmäßig rund 60 Gäste anlockt. Nun möchte die BAS das Angebot ausdehnen. Befragte Bürger wünschen sich etwa Begleitung beim Gang zum Arzt, Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, beim Einkaufen oder im Umgang mit dem Handy. Diese Leistungen bieten Helfer ab Mai für eine Aufwandsentschädigung (sieben Euro pro Stunde plus ein Euro für den Verein) an. Andere Angebote wie Vorlesen, Singen, Spaziergänge, Krankenbesuche oder Spiele sind kostenlos.

„Wir möchten die Lebensqualität der Menschen noch verbessern“, sagt BAS-Vorsitzender Sven Martin. Während Familien die Hauptlast bei der Betreuung älterer Menschen tragen und professionelle Hilfsdienste oft nur morgens und abends kurz vorbeischauen, seien nachbarschaftliche Dienste der nötige Schutzschirm über einer Dorfgemeinschaft, so Martin. „Wir möchten ein niederschwelliges Angebot machen.“ Gleichzeitig sollen die Angehörigen entlastet werden. „Wichtig ist uns, dass nicht nur Senioren anderen Senioren helfen, sondern dass wir auch viele junge Helfer gewinnen.“ 45 Freiwillige zwischen 14 und 75 Jahren stünden schon in den Startlöchern, doch die Bürgervereinigung sucht noch weitere Helfer aller Altersgruppen. Neben der Unterstützung im Haushalt soll es im Mai und Juni auch je einen Spielenachmittag geben. Vorschläge für weitere Aktivitäten sind gern gesehen. „Vielleicht wünscht sich ja auch jemand mal eine Weinprobe“, sagt Sven Martin.

Um den neuen Ideen eine Struktur zu geben, möchte die BAS ihre Satzung ändern und den Arbeitskreis unter ihrem Dach etablieren. Eine zentrale Telefonnummer mit festen Sprechzeiten soll Suchende und Helfer zusammenbringen. „Seit der Gründung im Jahr 1978 hat die BAS sich verstärkt um Natur- und Landschaftsschutz gekümmert“, erinnert Sven Martin. „Jetzt rücken wir die soziale Komponente mehr in den Vordergrund.“ Viele Bürger sind jetzt schon dankbar dafür.

Wer anderen helfen möchte, meldet sich bei Hans Weinbacher unter der Telefonnummer (07531) 3 21 61 oder bei Sven Martin unter (07531) 45 71 90.

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