Ja zur lebendigen Nachbarschaftshilfe / J. Russ / Südkurier

Neuer Arbeitskreis der Bürgervereinigung Allmannsdorf-Staad besteht jetzt offiziell.

Die Mitglieder der Bürgervereinigung Allmannsdorf-Staad (BAS) möchten „nicht auf Bauprojekte warten, sondern die Dinge selbst in die Hand nehmen“ − so formulierte es Beirat Hans Weinbacher in einer Rede während der Bürger- und Mitgliederversammlung im prallgefüllten Pfarrsaal St. Georg. Deswegen haben sie schon vor einiger Zeit den Arbeitskreis „Lebendige Nachbarschaft“ gegründet, der nun mit nur einer Gegenstimme in die BAS-Satzung aufgenommen wurde.

Der Arbeitskreis besteht aus zehn Bürgern und ist laut Vereinsvorsitzendem Sven Martin „innerhalb der BAS eine autonome Struktur“. Ziel des Arbeitskreises ist die Stärkung des nachbarschaftlichen Miteinanders in den Ortsteilen Allmannsdorf, Staad und Egg. Dabei dreht es sich vor allem um die Betreuung und Pflege älterer Menschen und anderer Hilfsbedürftiger. „Wir möchten die Schnittstelle sein zwischen professionellen Diensten und Angehörigen“, sagte Martin. Zwar ist in Allmannsdorf auch ein neues Pflegeheim geplant, über das seit Jahren heftig debattiert wird − aber der BAS geht es vor allem um die Pflege zu Hause. „Wir haben die Erkenntnis, dass die Menschen so lange wie möglich zu Hause bleiben wollen“, so Martin. Damit das funktioniert, möchte der Arbeitskreis junge und alte Ortsteilbewohner vernetzen. Das klappt schon recht gut beim Mittagstisch für Jung und Alt, der seit fast einem Jahr regelmäßig von 50 bis 60 Gästen besucht werde. Jetzt, da die Nachbarschaftshilfe neben der Mitgestaltung der städtebaulichen Entwicklung und des sozialen Miteinanders der Stadtteile auch ganz offiziell zu den Vereinszielen gehört, sind weitere Angebote geplant: Begleitung beim Gang zum Arzt, leichte handwerkliche Hilfe oder Kinderbetreuung bei Krankheit − die Mitglieder des Arbeitskreises haben viele Ideen.

Bürger dürfen bei Neubau mitreden

Daher lobte Sozialbürgermeister Andreas Osner in einer Ansprache die BAS als eine „sehr aktive Gruppe“ und äußerte sich auch positiv über die „Energie und Lebendigkeit im Stadtteil“. In Anspielung auf unterschiedliche Positionen von Stadtverwaltung und Stadtteilbewohnern zur Bebauung der Jungerhalde Nord und sonstigen Konzepten der Seniorenbetreuung sprach Osner von einem „konstruktiven aneinander Abarbeiten“.Zahlreiche Zuhörer fragten Osner, wie es mit dem geplanten Pflegeheim, dem Kindergarten auf der Jungerhalde Nord und der gestalteten Ortsmitte an der Kirchgasse weitergehe. Der Bürgermeister für Soziales, Kultur und Sport, der kein Mitglied des Technischen und Umweltausschusses (TUA) ist, hatte dazu keine Neuigkeiten mit dabei. Wohl aber FGL-Stadtrat Peter Müller-Neff. Im nicht-öffentlichen Teil des zurückliegenden TUA sei das Wettbewerbsverfahren festgelegt worden, so der Stadtrat. Die Stadt werde einen Rahmenplan erstellen, danach könnten Bürger in einem Workshop nochmals Wünsche einbringen, die von drei bis fünf Architekten vor Ort sofort in Entwürfen umgesetzt würden. Danach werde der Gemeinderat über einen erneuerten Rahmenplan abstimmen. „Da haben Sie einen direkten Einfluss auf Änderungen“, sagte Müller-Neff zu den Bürgern, „und können sich persönlich einbringen.“

Das ist der neue Arbeitskreis

Der Arbeitskreis „Lebendige Nachbarschaft“ der Bürgervereinigung Allmannsdorf-Staad (BAS) bemüht sich um den sozialen Zusammenhalt in den Orstteilen Allmannsdorf, Staad und Egg. Durch Hilfsangebote von Bürgern für Bürger sollen alte Menschen so lange wie möglich zu Hause wohnen können. Ausdrücklich sollen aber auch jüngere Bedürftige Hilfe bekommen. Der Arbeitskreis arbeitet ehrenamtlich. Für Leistungen wie Begleitung bei Behördengängen, Körperpflege oder Kinderbetreuung muss der Verein aus Versicherungsgründen acht Euro berechnen (ein Euro davon für den Helfer). Angebote wie Vorlesen, Singen und Spazieren sollen kostenlos sein. (jru)

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