Flexibel, nachhaltig, integrativ / Ulrich Hilser

In Allmannsdorf sollen am Ortsausgang (bei der Gärtnerei) und in der „Kirchgasse“ kleinteilige Wohneinheiten als Anschlusswohnungen für Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet und nun anerkannt sind, entstehen. Die Wohnmodelle sind sowohl in Größe als auch Anordnung flexibel und sollen die Integration und die Nachbarschaft fördern.

Für Flüchtlinge, die schon 20 Monate in Konstanz sind oder deren Asyl bewilligt ist, muss die Stadt Wohnraum bereit stellen. Verteilt über das gesamte Stadtgebiet sind bisher sieben solcher Wohnmodelle geplant.

Innovative Wohnmodule aus Holz: Pilotprojekt Schottenstraße
Bei der Schaffung von Wohnraum sind Wohnmodule eine wichtige Alternative. Aufgrund ihrer Flexibilität eignen sie sich für viele Standorte. Je nach Grundstücksgröße und Zuschnitt werden die Wohnungen in 2er-, 3er- oder 4er-Gruppen, mit Gründach oder Satteldach, angeordnet. Die Wohnungen sind über Treppen und Stege miteinander verbunden. Je nach Anordnung der Gebäude entstehen kleine Quartiere mit Frei- und Spielflächen. Um den Integrationsprozess zu fördern, sollen die Gebäude für anerkannte Flüchtlinge und Wohnraumsuchende aus Konstanz zur Verfügung gestellt werden.

Entwickelt wurde das Konzept vom Vorarlberger Architekturbüro Kaufmann für den Vorarlberg. Zusammen mit der WOBAK wurde das  Holzmodul für Konstanz weiterkonzipiert. Pilotprojekt ist die städtische Freifläche in der Schottenstraße am Technischen Rathaus. Bei Besichtigungsterminen können sich die BürgerInnen einen Eindruck davon verschaffen, wie kleinteilig, nachhaltig und innovativ diese neuen Bauformen sind.

Die weiteren Standorte verteilen sich über das Stadtgebiet. Petershausen West: „Friedhofserweiterungsfläche /Kirchen­gemeinde St.Suso“, . Dingelsdorf: „Am Sportplatz“, Wollmatingen: „Am Längerbohl“, Litzelstetten: „Kiga St. Peter und Paul“. Entscheidend bei der Auswahl der Standorte waren mehrere Kriterien: Die Flächen müssen nachhaltig, verfügbar, gut integriert und bauplanungsrechtlich geeignet sein. Ideal ist es, wenn Wohnraum für bleibeberechtigte Flüchtlinge und Konstanzer am gleichen Platz entsteht. Neben der Eignung der Flächen für das Anschlusswohnen spielten die sozialen Kriterien (Sozialverträglichkeit) und die Infrastruktur (Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, Kitas, Schulen, Versorgungseinrichtungen) bei der Auswahl eine Rolle.

Vorhandenen Wohnraum nutzen
Zur Schaffung von neuen Wohnungen sollen bereits vorhandene Häuser für die Unterbringung von diesen Menschen genutzt werden. Die Stadt verstärkt die Akquise von privatem Wohnraum und unterstützt Initiativen (Projekt „83″). Parallel zu den Sofortmaßnahmen wird weiterer Wohnraum für die Familien in allen laufenden Quartiersentwicklungen im Rahmen des Handlungsprogramms Wohnen geschaffen. Damit schafft Konstanz ein nachhaltiges Konzept auf dem Weg zur Integration von Flüchtlingen.

Ulrich Hilser
Pressebüro, Stadt Konstanz

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